Da der Landkreis Aurich aber mit den Gebühren bundesweit im unteren Drittel liegt, halten die Grünen das für zumutbar..
Ein Vergleich der Gebühren mit vergleichbaren Landkreisen zeigt: Die jährliche Grundgebühr wird nach Anzahl der Personen im Haushalt erhoben und ist bei Mehrpersonenhaushalten deutlich höher als bei uns. Behältergrößen gibt es sechs bis sieben, von 40 bis 240 Litern. Der Abfuhrrhythmus kann wöchentlich oder 14-tägig sein, bei 1-Personen-Haushalten auch 28-tägig. Es wird nur das Restmüllvolumen berechnet, der Bioabfall ist in der Gebühr enthalten.
Bei der Behandlung der anderen Abfälle gibt es wesentliche Unterschiede: Im Landkreis Aurich ist der Sperrmüll das, was ohne weiteres aus einem Haus, einer Wohnung herausgetragen werden kann. Fest mit dem Gebäude verbundene Teile gehören nicht dazu, ebensowenig schadstoffhaltige Dinge wie z.B.Teerpappe. In Ratgeber des MKW gibt es eine lange Liste von Abfällen, die selbst angeliefert werden müssen und für die hohe Gebühren erhoben werden.
Und hier ist der Landkreis Aurich z.T. deutlich teurer als die Landkreisee mit den höheren Allgemeingebühren und der kostenlosen Sperrmüllabfuhr: In Freiburg gelten z.B Bio- und Grünabfälle jeder Art als Wertstoff. In Göttingen kostet die Entsorgung von PKW-Reifen ein Drittel weniger, bei LKW-Reifen sind es immerhin noch 10% weniger. Dazu kommt, dass dort Dinge zum kostenlosen Sperrmüll gehören, die bei uns kostenpflichtig sind: Altholz, soweit es nicht imprägniert ist wie z.B. Jägerzäune oder Bahnschwellen, oder Altmetall. Metallverwerter im Landkresi Aurich entsorgen PKW, nicht jedoch Drahtzäune, Eisenzäune oder sonstiges Alteisen. Wer nicht selbst anliefern kann, ist auf private Schrottabholer angewiesen. Metallschrott ist aber ein Wertstoff, der vom MKW den nicht kostenlos angenommen werden könnte.
Durch eine Umstrukturierung der Gebühren in diesem Sinne kann der Vermüllung von Landschaft und Siedlungen entgegen gewirkt werden. Der Anreiz, Dinge in die Landschaft zu werfen, sinkt mit sinkenden oder gar nicht mehr erhobenen Gebühren. Und die Kosten, die die Allgemeinheit tragen muss, werden auch sinken. Es wird immer Einzelne geben, die sich rücksichtslos über Regelungen hinwegsetzen. Aufs Ganze gesehen wird sich jedoch die wilde Ablagerung über die Jahre merklich verringern.
Neben Umwelt- und Kostengesichtspunkten betonen die Grünen auch den sozialen Aspekt ihres Antrags: Nicht jeder Haushalt kann die Gebühren für eine Sperrmüllabholung von 75 Euro problemlos aufbringen. Für eine alleinstehende Person mit bescheidenem Einkommen, ohne Auto, ist das ein besonderes Problem. Auf den Betriebshöfen würden Kleinstmengen zwar kostenlos angenommen, aber wie sie dorthin schaffen? Gerade in solchen Fällen ist die kostenlose Abfuhr einmal jährlich quartiersweise angebracht und damit auch Bürgerinnen und Bürger finanziell entlasten, ohne das Verursacherprinzip auszuhebeln.

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