Die Kampagne „Safer Use – Vom Harz bis ans Meer“ möchte Drogengebraucher*innen erreichen, die bislang keinen Zugang zu Beratung und medizinischer Versorgung haben. Unterstützt vom Land Niedersachsen sollen flächendeckend dauerhafte Strukturen zur Informationsvermittlung und Abgabe von Care Packs aufgebaut werden. Zusammen mit Kooperationspartner*innen aus der Selbsthilfe und dem pharmazeutischen Bereich haben die niedersächsischen Aidshilfen diese Care Packs entwickelt und seit 2019 verteilt. Sie enthalten sterile Konsumutensilien und zielgruppenspezifische Beipackzettel, um das Risiko beim Gebrauch von Drogen zu reduzieren.
In der landesweiten Kampagne wird u.a. gefordert, die Vergabestrukturen in der Fläche z. B. über Apotheken und Automaten auszubauen, mehr Drogenkonsumräume vorzuhalten, in den Schulen verstärkt Konsumkompetenz und Drogenmündigkeit zu stärken und bei einschlägigen Veranstaltungen (z.B. Discos, Techno) Drogenprüfstände anzubieten, bei denen Drogen auf Wirkstoffgehalt und Zusammensetzung getestet werden (Drug Checking). Durch diese Maßnahmen sollen die Gesundheitsgefahren, die durch den Konsum von Drogen ausgehen, bewusst gemacht und bis 2030 Neuinfektionen von HIV und Hepatitis bei Drogengebrauchenden auf Null reduziert werden.
Vor diesem Hintergrund hat die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen beantragt, die Fachstelle Sucht und Suchtprävention in die nächste Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Pflege am 24.09.2024 einzuladen. Der/die Berater*in soll dort den Mitgliedern des Ausschusses einen Überblick über die aktuelle Situation im Landkreis Aurich geben und dabei auch auf Präventionsmöglichkeiten wie unter anderem Safer Use / Drug Checking eingehen.
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